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Carménère Weine (109)

Carmenere ist eine alte rote Traubensorte, die ursprünglich aus Frankreich kommt und zur Herstellung von Rotwein verwendet wird. Bis zur Reblausplage im 19. Jahrhundert war Carmenere in Frankreich eine sehr populäre und weitverbreitete Rebsorte, die in nahezu allen Bordeaux-Weinen vorkam. Nach der Reblausplage verschwand die Carmenere-Rebe jedoch nahezu vollständig aus den Weinbergen Frankreichs. Trotzdem zählt Carmenere bis heute zu den sechs Rebsorten (neben Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot, Petit Verdot), die für die Produktion von Bordeaux-Weinen zugelassen sind.

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Die Carmenere-Rebe

Carmenere-Reben ähneln stark den Merlot-Reben, weshalb oft über ihre verwandtschaftlichen Beziehungen spekuliert wird und es nicht selten zu Verwechslungen kommt. Im Unterschied zum Merlot haben Carmenere-Reben leicht rötliche Blätter und reifen etwa 3 Wochen später. Zudem verleiht Carmenere den Weinen ein volleres Geschmackserlebnis und zählt nach Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon zu den schwersten Rotweinen.

Der Geschmack des Carmenere-Weins

Carmenere-Weine sind insgesamt angenehm und leicht trinkbar und zeichnen sich durch einen niedrigen Tanningehalt, eine tiefdunkle Farbe und eine breite Palette an Aromen, die von Beerenfrüchten über Schokolade bis hin zu Leder und Tabak reichen, aus. In der Regel werden Carmenere-Weine sortenrein ausgebaut, und die Lagerung in Barriques führt zu feinen, komplexen Weinen.

Carmenere - Eine Erfolgsgeschichte aus Chile

Eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte erlebte die Carmenere-Rebe in Chile. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird sie dort kultiviert. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit der Merlot-Rebe wurden die aus Frankreich importierten Carmenere-Reben häufig in Mischsatz mit Merlot gepflanzt. Nachdem die Rebe durch die Reblausplage in Europa fast vollständig verschwand, geriet ihr Name in Chile in Vergessenheit, und die Reben wurden lediglich als Varianten des Merlot angesehen. Chile blieb von der Reblausplage wegen seiner geografischen Isolation verschont, und so überlebte die Carmenere-Rebe in Chile unentdeckt. Besonders auffällig war der Geschmacksunterschied zwischen chilenischen Merlotweinen und denen aus anderen Ländern. Ein französischer Rebenkundler brachte 1994 Licht ins Dunkel, indem er mittels DNA-Analyse chilenische „Merlot“-Reben als Carmenere identifizierte.

Die chilenischen Winzer erkannten das Potenzial, das darin lag, Carmenere-Weine nahezu exklusiv anbieten zu können. Daraus resultierte eine Vergrößerung der Anbauflächen der Carmenere-Reben, und 1996 wurden die ersten reinsortigen Carmenere-Weine vom Weingut Carmen produziert. Heute wird Carmenere in Chile auf über 7.200 Hektar kultiviert, und nahezu 30% der Carmenere-Weine aus Chile sind als qualitativ hochwertig klassifiziert. In den unteren Preisklassen dominieren meist Carmenere-Mischweine. Langsam gewinnt die Carmenere-Rebe auch in Europa wieder an Bedeutung. In Norditalien beispielsweise werden hochwertige reinsortige Carmenere-Weine erzeugt, und die Weinregion Venetien in Italien verfügt mit dem Vini del Piave Carménère sogar über die erste Herkunftsbezeichnung für Carmenere-Weine mit dem Status einer DOC.

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