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Champagne (481)

Sanft geschwungene Hügel mit kleinen Parzellen und ordentlich in Reihen angeordneten Rebstöcken: Die Weinregion Champagne wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Es ist jedoch lohnenswert, einen genaueren Blick in das Reich des Champagners zu werfen.

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Champagner Weinregion

Die Champagne ist das nördlichste Weinbaugebiet in Frankreich und zieht sich vom Marnetal sowie der Montagne de Reims bis zur Île de France. Das durch atlantische Einflüsse gemilderte Kontinentalklima und die kalk- und kreidehaltigen Böden schaffen ideale Bedingungen für die traditionellen Rebsorten des Champagners.

Weinstile der Champagne

Mit nur drei Prozent der gesamten Rebfläche in Frankreich gehört die Region zu den kleineren Weinbaugebieten des Landes. Rund 320 Crus (Lagen) mit über 275.000 Parzellen produzieren eine immense Vielfalt an delikaten Schaumweinen - vom eleganten Champagner Extra Brut (Champagne Irroy) über den fruchtig-ausgewogenen Blanc de Blancs Grand Cru (Champagne Lallier) bis hin zum mehrfach ausgezeichneten Jahrgangschampagner Comtes de Champagne Rosé 2007, einem Spitzenprodukt des Hauses Taittinger. Hier sind einige Kriterien, die Ihnen bei der Auswahl eines Champagners hilfreich sein könnten:

Jahrgangscuvée oder Vintage:

Non-Vintage-Champagner (ohne Jahrgang; typischerweise als NV auf dem Etikett ausgewiesen) repräsentieren den Stil eines Champagnerhauses über einen längeren Zeitraum hinweg. Im Gegensatz dazu beschreibt ein Champagne millésimé (auch Jahrgangs- oder Vintage Champagner) ein spezifisches Erntejahr.

Rebsorten: Cuvée oder reinsortig

Die Mehrheit der Champagner sind Cuvées aus zwei oder drei Rebsorten. Die roten Sorten Pinot Noir, Pinot Meunier und der weiße Chardonnay dominieren nahezu die gesamte Anbaufläche. Im Gegensatz dazu besteht ein Blanc de Blancs ausschließlich aus Chardonnay, während Blanc de Noirs nur aus roten Trauben produziert wird.

Farbe: Weiß oder Rosé

In der Champagne erfolgt die Traubenernte ausschließlich per Hand - ein Verfahren, das eine Vorauswahl ermöglicht und verhindert, dass die Schalen roter Beeren während der Ernte platzen und sich mit dem hellen Fruchtfleisch vermischen. So können aus dunklen Trauben hellgoldene bis intensiv gelb schimmernde Grundweine gewonnen werden. Für die Herstellung von Rosé-Champagner existieren zwei Methoden (siehe unten).

Dosage: von Brut nature bis Doux

Den Abschluss der Champagner-Produktion bildet die Dosage, die Zugabe einer Rohrzuckerlösung in gleichwertigem Wein, welche die markante Säure des frischen Champagners mildert. Für hochwertigen Champagner wird oftmals anstelle der Zuckerlösung ein sorgfältig ausgewählter, häufig seit mehreren Jahrzehnten gereifter süßer Reservewein (Réserve) verwendet, der dem Schaumwein den letzten Schliff verleiht. Die Dosage für Champagne "Brut Zéro" oder "Nature" enthält keinen zusätzlichen Zucker; der Flüssigkeitsverlust beim Degorgieren wird durch trockenen Stillwein ausgeglichen. Für den Süßegrad "Doux" dürfen bis zu 50 Gramm Zuckerlösung pro Liter hinzugefügt werden.

Das Klima der Champagne - ideal für langsames Reifen

Der Lage der Champagne im Nordosten Frankreichs, in relativer Nähe zum Ärmelkanal, verdankt die Region einen komplexen Mix aus kontinentalem Klima und ozeanischen Einflüssen. Maritime Luftströmungen sorgen regelmäßig für ausreichende Niederschläge und gleichen die in der Regel extremen Temperaturschwankungen des Kontinentalklimas weitgehend aus. Dieses kühle Klima begünstigt das langsame Wachstum der hier überwiegend angebauten Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder), Pinot Meunier (Schwarzriesling) und Chardonnay.

Hanglagen mit Kalkböden für Drainage, Wasserspeicher und subtile Mineralität

Die Reben auf den überwiegend nach Süden, Südosten und Osten ausgerichteten Hängen des Pariser Beckens profitieren von gleichmäßiger und optimaler Sonneneinstrahlung. Kreideböden, die aus fossilen Mikroorganismen bestehen und teilweise mit Mergel, Ton und Sand durchzogen sind, bilden die Basis der größeren Anbaugebiete Côte des Blancs, Côte de Sézanne, Montagne de Reims und Vallée de la Marne. Die Kreide saugt Wasser von der Oberfläche wie ein Schwamm auf und speichert es als natürliches Reservoir. Selbst während der langen, heißen Dürreperiode 2019 blieben die Rebstöcke der Champagne "voll im Saft".

Wissenswertes über Champagne

Wie erfolgt die Unterteilung in Grands Crus, Premier Crus und andere Lagen?

Zur AOC Champagne zählen über 300 Weinbaugemeinden. 17 davon dürfen den Titel "Grand Cru" führen, weitere 43 sind "Premiers Crus". Alle anderen werden als "terroir non classé" eingestuft. Trauben aus Orten, die keiner dieser Kategorien angehören, sind nicht zur Herstellung von Champagner zugelassen. Zu den wichtigsten Kriterien für die Einstufung gehören unter anderem Terroir (Lage, Bodenbeschaffenheit, Klima, Bepflanzung, Weinbau und Weinlese) sowie technische Faktoren (Pressung, Weinbereitung, Etikettierung).

Wer gilt als Erfinder des Champagners?

Frühe wohlwollende Erwähnungen spritziger Weine sind seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert. Champagner, wie wir ihn heute genießen, entwickelte sich über viele Jahrhunderte hinweg in zahlreichen Schritten. Einige Pioniere der Entwicklung der "Méthode champenoise" sind:

  • Christopher Merret (1614 - 1695), ein englischer Arzt und Erfinder, präsentierte der Royal Society in London 1662 die erste Methode zur kontrollierten Herstellung spritziger Weine.
  • Der Benediktinermönch Dom Pierre Pérignon (1638-1715) perfektionierte die Assemblage, indem er rote Rebsorten zu den damals ausschließlich verwendeten weißen hinzufügte.
  • Das Geheimnis der idealen Zuckermenge in der Dosage entdeckte der Apotheker Jean-Baptiste François (1792-1838).
  • Barbe-Nicole Clicquot (geb. Ponsardin; 1777 - 1866) übernahm als junge Witwe den Betrieb ihres verstorbenen Mannes und leitete als erste Frau ein Champagnerhaus. Veuve ("Witwe") Cliquot verwandelte köstlichen, zuvor jedoch trüben Schaumwein in ein Getränk von nobler Klarheit, indem sie die "Méthode classique" entwickelte - das Rütteln und Degorgieren der Flaschen, um den Hefesatz aus dem Wein zu entfernen.

Wie wird Rosé Champagner hergestellt?

Sowohl weiße als auch die für Champagner verwendeten roten Rebsorten enthalten von Natur aus farbloses Fruchtfleisch. Die Farbe eines Rotweins resultiert aus Farbpigmenten, die sich während der Gärung aus den Traubenschalen lösen und den Most färben. Bei der Herstellung von weißem Champagner verhindern Handlese, eine zügige, aber schonende Pressung und ein schneller Abzug des Mosts, dass Farbstoffe aus den Schalen dunkler Trauben in den Grundwein übergehen und ihn rot färben.

Rosé Champagner erlangt seine feinen Farbnuancen durch eine der beiden zugelassenen Methoden: Entweder wird bei der Assemblage einer Mischung etwas Rotwein hinzugefügt, oder ein kleiner Anteil der Schalen von Pinot Noir/Pinot Meunier bleibt während der Gärung in Kontakt mit dem Most, wodurch der Grundwein einen Roséton erhält.

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